Geschichte und Entwicklung der Feuerwehr Stennweiler

Entsprechend den Gegebenheiten in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts war das Feuerlöschwesen sehr primitiv. Eine organisierte Wehr gab es in der Regel nicht. Die Bürger waren damals im Falle eines Brandes auf die allgemeine Mithilfe angewiesen. Es bestand eine Verfügung, dass jede Familie einen ledernen „Feuereimer“ stellen musste. Bei einem Brand hatte jeder mit dem Eimer herbeizueilen, um eine Wasserkette zu bilden. Des weitern war jeder, der einen Brunnen vorhielt, dazu verpflichtet, das erforderliche Löschwasser zur Verfügung zu stellen. In vielen Orten und Gemeinden war man dazu übergegangen, große Löschteiche anzulegen. Auch in Stennweiler gab es einen solchen, er befand sich direkt hinter der 1000 jährigen Linde - dem Wahrzeichen Stennweilers und der damaligen Ortsmitte.

Schon damals gab es Menschen, die keine Zeit, Mühe und persönliche Einsatzbereitschaft scheuten, wenn es galt Mitmenschen zu helfen. Wie in vielen anderen Städten und Dörfern fanden sich auch in Stennweiler junge, tatkräftige Männer mit dem festen Willen zusammen, eine Feuerwehr zu gründen. Die heutige Feuerwehr Stennweiler wurde am 14.04.1908 als Pflichtfeuerwehr gegründet. In der Gründungsversammlung wurden als Wehrführer der Wehrbrandmeister Andreas Dörrenbächer, als Stellvertreter Friedrich Müller und als Schriftführer Jakob Sauer gewählt.

Historie der Wehrführung:

vom 01.04.1908 – nicht bekannt Andreas Dörrenbächer

von nicht bekannt – nicht bekannt Friedrich Müller

von nicht bekannt – 1935 Nikolaus Groß

von 1935 – 1940 Andreas Spiegel

von 1940 – 1952 Nikolaus Marx

von 1952 – 1964 Hermann Zehfuß

von 1964 - 1982 Reinhold Marx

von 1982 - 1990 Ferdinand Saar

von 1990 - 1992 Peter Scholtes

von 1992 - heute Markus Saar

Nach der Gründung wurden in den folgenden Jahren die wichtigsten Geräte beschafft, unter anderem eine Handpumpe auf einem von Hand gezogenen Fahrzeug, das mit Schläuchen ausgestattet war sowie einen Leiterwagen mit Ausziehleiter. Da Stennweiler in den 20er Jahren eine Wasserleitung bekam, konnte man die Handpumpe außer Betrieb setzen. Es wurde dafür ein Schlauchwagen mit der dazugehörigen Ausstattung angeschafft, der bis zum Jahr 1960 in Betrieb war.

Im Jahr 1960 bekam die Stennweiler Wehr unter dem damaligen Bürgermeister Anton Donia eine Motorpumpe. Der dazugehörige Tragkraftspritzenanhänger (TSA) wurde auch angeschafft. So konnte man die Motorpumpe bei der Jahresabschlussübung am 25. September 1960 zum ersten Mal vorführen. Im Jahr 1963 wurde ein gebrauchtes Löschfahrzeug (LF 8) von der Gemeinde Schiffweiler gekauft, welches der Wehr aufgrund der hohen Reparaturanfälligkeit nicht viel Freude bereitete. Aufgrund der hohen Wartungs- und Reparaturkosten entschloss man sich dann, ein neues Löschfahrzeug anzuschaffen. Am 01. Oktober 1966 konnte dann das neue Fahrzeug, ebenfalls ein LF 8, seiner Bestimmung übergeben werden.

Eine Geschichte für sich stellt das Gerätehaus dar. Das alte Gerätehaus, indem auch eine Bullenhaltung untergebracht war, entsprach in keiner Weise den Anforderungen des Feuerwehrdienstes. Fahrzeug und Gerät waren in diesem alten Gebäude derart schlecht untergebracht, dass man im März 1962 erstmals den Antrag auf Umbau des Gerätehauses stellte. Der damalige Gemeinderat hielt jedoch einen Umbau für nicht mehr vertretbar und sprach sich für einen Neubau aus. Die Stennweiler Wehr wurde jedoch von Jahr zu Jahr vertröstet. Auch das spätere Vorhaben, im Rahmen des Neubaus der Schule ein Gerätehaus zu errichten, wurde nicht in die Tat umgesetzt. Nachdem man 7 Jahre lang hingehalten wurde und sich die Feuerlöschgeräte in einem sehr schlechten Zustand befanden, legte die Stennweiler Wehr am 29. März 1969 den Brandschutz nieder, da die Verantwortlichen die Einsatzbereitschaft durch den Zustand der Geräte in Frage stellten. Da man befürchten musste, nun als Pflichtfeuerwehr verpflichtet zu werden, nahm die Wehr Mitte Mai den Brandschutz schweren Herzens wieder auf. Erst nach der Gebietsreform fanden die berechtigten Forderungen der Stennweiler Wehr bei Bürgermeister Werner Konter ein offenes Ohr. So wurde dann alles in die Wege geleitet und nach dem Abriss des alten Gerätehauses konnte noch im Jahr 1976 mit dem Neubau begonnen werden. 1978 wurde das neue Gebäude fertig gestellt und am 05. und 06. August im Rahmen der 70 Jahr Feier offiziell eingeweiht.

Ein Jahr nach dem 70. Jubiläum wurde vom Kreis Neunkirchen für die Feuerwehr Stennweiler ein Schlauchwagen 1000 (SW 1000) beschafft. Im Jahre 1979 wurde dieses Fahrzeug der Feuerwehr übergeben und offiziell eingeweiht. 20 Jahre nach Einweihung des LF 8 wurde im Jahre 1985 / 1986 über eine Ersatzbeschaffung nachgedacht. Zuerst wurde vom Löschbezirk und der Gemeinde über die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges 8 (TLF 8) diskutiert. Unter Bürgermeister Konter wurde dann jedoch das etwas teurere Löschgruppenfahrzeug 16 (LF 16) angeschafft. Der Löschbezirk glaubte bis zum Beschluss der Beschaffung nicht daran, dass der Feuerwehr Stennweiler ein solches Löschfahrzeug zu gute kommt.

In den Jahren unter Löschbezirksführer Marx bis 1982 wurde jedes Jahr ein Waldfest für die Stennweiler Bürger veranstaltet. Dieses fand regen Zulauf. Nach der Geburtsstunde des Dorffestes in Stennweiler im Jahre 1981 entschloss sich die Wehr, ab 1983 kein Waldfest mehr zu veranstalten und nahm ab diesem Zeitpunkt bis zum Jahr 2007 am Dorffest teil. Auch in Zukunft möchte der Löschbezirk am Dorffest teilnehmen.

Im Rückblick auf weitere 20 Jahre Löschbezirk Stennweiler kann man feststellen, dass aufgrund steigender Anforderungen für die Feuerwehren im Bereich von chemischen, biologischen, atomaren sowie Bauartbedingten Gefahren an Fahrzeugen und Gebäuden die Ausbildung der Feuerwehrkräften im Vordergrund steht. Weiterhin ist erwähnenswert, dass die Feuerwehr im Einsatz in den letzen Jahrzehnten keine Todesopfer aus den eigenen Reihen zu beklagen hat. Jedoch gab es bei einem Dachstuhlbrand im Jahre 2000 einen schwer verletzten Feuerwehrmann, der sich im Einsatz eine schwerwiegende Verbrühung seiner Hände zuzog. In Bezug auf das Gerätehaus konnten die Stennweiler Bürger in den letzen 3 Jahren feststellen, dass sich äußerlich viel getan hat, Tore und Außenwände erhielten einen neuen Anstrich. Dies geschah mit Unterstützung eines ortsansässigen Malers, der dem Löschbezirk seine Hilfe anbot. Hier gilt es, ein herzliches Dankeschön auszusprechen. Außerdem wurden neue Fenster eingebaut und auch innerhalb des Gerätehauses wurde viel gearbeitet. An dieser Stelle will sich der Löschbezirk auch nochmals für die Unterstützung der Wehrkameraden bedanken, die bei dem Umbau und den Renovierungsarbeiten tatkräftig mit angepackt haben.

Im Bereich der Fahrzeuge sei anzumerken, dass der SW 1000 seit nunmehr 30 Jahren zuverlässig im Dienste der Feuerwehr Stennweiler stand und für den Löschbezirk ein wichtiges Einsatzfahrzeug war. Besonders mit Hinblick auf die Wald – und Wiesenflächen rund um Stennweiler hatten sich der SW 1000 und das LF 16 als gute Kombination zur Brandbekämpfung erwiesen.

Der SW 1000 wurde im November 2009 ausgemustert.

Insbesondere in den letzen 15 Jahren war der Kampf um das Überleben des Löschbezirks ein immer wiederkehrendes Thema. Jedoch kann man behaupten, dass dieser Kampf von der Stennweiler Wehr gewonnen wurde. Im Jahre 2007 wurde in der Gemeinde Schiffweiler eine Brandschutzbedarfsplanung durchgeführt, als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Zukunft des Löschbezirkes die nächsten Jahre gesichert und die Wehr gut aufgestellt ist. Somit blicken die Kameraden der Feuerwehr Stennweiler motiviert und optimistisch in die Zukunft, welche durch die Löschbezirksinterne Jugendarbeit zusätzlich untermauert wird.

Am Freitag, dem 01. Mai 2009 musste der Löschbezirk Stennweiler zu einem der wohl größten Brände in der Geschichte des Löschbezirks ausrücken. Gegen 22:35 Uhr wurde auf dem Gelände der Kunststofffirma Belding auf dem Klopp in Stennweiler Feuerschein gesichtet. Nachdem eine Polizeistreife vor Ort war, wurde Alarm für die Löschbezirke Stennweiler und Schiffweiler ausgelöst. An der Einsatzstelle angekommen, stellte der Einsatzleiter fest, dass nicht wie im Alarmtext eine Scheune brannte, sondern die Lagerhalle der Firma in Brand stand. Kurz nach Eintreffen der ersten Löschfahrzeuge kam es zu einer Durchzündung, und die Lagerhalle stand binnen Sekunden in Vollbrand. Trotz eines massiven Einsatzes von Mannschaft und Gerät konnte die Lagerhalle nicht gerettet werden. Einzig der Verwaltungstrakt konnte durch den massiven Löschangriff gehalten und wertvolle Daten gerettet werden. Gefahr bestand für die insgesamt 230 Personen vor Ort durch einen Flüssiggastank, der gekühlt werden musste sowie durch mehrere explodierende Acetylenflaschen. Zum Glück gab es nur 4 leicht verletzte Feuerwehrleute (Bänderriss, Rauchvergiftung, Prellungen). Todesopfer waren keine zu beklagen. Insgesamt waren an der Einsatzstelle über 30 Einsatzfahrzeuge und über 230 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Polizei, DRK, Gemeinde Schiffweiler, Umweltamt usw..

Der Löschbezirk Stennweiler war bis Samstagnachmittag 15:30 Uhr im Einsatz, danach mussten noch die Geräte und die Fahrzeuge wieder Einsatzbereit gemacht werden.

Am Montag, dem 04.05. rückte der Löschbezirk noch zu Nachlöscharbeiten an die Einsatzstelle aus.

 

 
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