Ort

Stennweiler - Vom Haufendorf zur Wohngemeinde

Der Dreibannstein an der Gemarkungsgrenze zwischen Wemmetsweiler, Hüttigweiler und Stennweiler.

Stennweiler ist mit etwa 2.300 Einwohnern der kleinste Ortsteil der Gemeinde Schiffweiler. Lange Jahre datierte man die erste schriftliche Erwähnung von Stennweiler ins Jahr 1572. In der sogenannten "Pferdehalter-Aufnahme" des Grafen von Nassau-Saarbrücken werden für Steinweiler 11 Haushaltungen aufgeführt mit insgesamt 48 Pferden, außerdem zusammen mit Schiffweiler vier Haushaltungen, die keine Pferde haben. In einer Liste der "Zehntversteigerungen des Klosters Neumünster" aus dem Jahr 1347 wird ein "Stephan von Steinwenden" als Steigerer aufgeführt. Stennweiler ist nach neuesten Untersuchungen hier lebender Heimatforscher etwa um 1300 entstanden, wohl als Tochtersiedlung des 893 erstmals erwähnten "Scufines Villare".

Hier ist anzumerken, dass die Namensform "Steinwenden" neben "Steinweiler" ebenso wie "Stennwiller" etwa bis Mitte des 16. Jahrhunderts gebraucht wurde. Es sind unterschiedliche und mundartlich geprägte Namen der gleichen Siedlung. In seinem ersten Bestandteil leitet sich der Name des Ortes von den Steinen her, die Jahrhunderte lang rund um Stennweiler gebrochen wurden. Der zweite Bestandteil "weiler" verweist auf die Siedlungsweise, die aus Einzelgehöften besteht.

Über zwei Jahrhunderte hinweg blieb die Einwohnerzahl von Stennweiler in etwa gleich: in der Kontributionsliste von 1625 werden für Stennweiler 11 Haushaltungen, 23 Pferde, 23 Kühe und 20 Schafe gezählt. Während des dreißigjährigen Krieges und hier ist insbesondere das Jahr 1635 zu nennen, verminderte sich die Zahl der Bevölkerung drastisch. Wiederaufbau und Wiederbesiedlung begannen erst ganz allmählich, wie auch in Schiffweiler.

Mitte des 18. Jahrhunderts war Stennweiler ein sogenanntes Haufendorf, in dem etwa 100 Menschen lebten. Der Ort bestand aus Einzelhöfen, die im Bereich der Steinstraße und der unteren Lindenstraße lagen. Bei den Häusern handelte es sich um eingeschossige, nicht unterkellerte Fachwerkbauten mit strohgedecktem Satteldach, sogenannte Einhäuser, die den bäuerlichen Betrieb und die bäuerliche Wohnung unter einem Dach vereinten. Die Bevölkerung von Stennweiler setzte sich aus Hörigen und Leibeigenen zusammen. Im Laufe des 18. Jahrhunderts ging die Hörigkeit und die zunehmend gemilderte Leibeigenschaft ineinander über, da der Grundherr auch zugleich der Leibherr war.

Das Wahrzeichen von Stennweiler: Die Jahre 1792 bis 1814, die Zugehörigkeit zur 1. französischen Republik bzw. zum Kaiserreich brachten eine Neuorganisation der Verwaltung. Stennweiler wurde zur "mairie", die die Dörfer Stennweiler, Welschbach, Schiffweiler, Landsweiler und Leopoldsthal umfasste, gehörte zum "canton" Ottweiler, "arrondissement" Saarbrücken und "département de la Sarre" mit der Hauptstadt Trier. Dass Stennweiler zur mairie wurde, lag offenbar daran, dass Stennweiler vor Ende der nassau-saarbrücker Herrschaft Sitz des Meiers war. An der Spitze der "mairie" stand zunächst ein "agent municipal" (Gemeindebevollmächtigter), dann ein "maire" (Bürgermeister), der aus den Mitgliedern des "conseil municipal" (Gemeinderat) ausgewählt und vom Präfekten des Departements für fünf Jahre ernannt wurde.

1816, nach der Abtrennung von Frankreich, wurde Stennweiler als Teil der "Rheinprovinz" im Regierungsbezirk Trier und Kreis Ottweiler zur Bürgermeisterei und schloss folgende Dörfer mit ein: Schiffweiler, Welschbach und Landsweiler. Bis 1878 lag die Verwaltung in Ottweiler und kam am 01.01. 1879 in das neue Rathaus nach Schiffweiler. Allmählich änderte sich der Charakter des Dorfes, der Abbau von Steinkohle durch die Gruben Reden und Itzenplitz erschloss für die Bevölkerung eine neue Verdienstquelle. Ebenso schuf die Hütte in Neunkirchen neue Verdienstmöglichkeiten.

Die Landwirtschaft wurde Nebenerwerb und diente überwiegend der Eigenversorgung. Ein Steinbruchbetrieb in Stennweiler verlor langsam an Bedeutung. An der Straße nach Hüttigweiler entstanden vier Ziegelhütten, die diesem Gebiet bis heute den Namen gegeben haben und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts geschlossen wurden.

Der Brunnen im DorfmittelpunktBis heute hat sich Stennweiler seinen bäuerlichen Charakter bewahrt, die Erschließung von Neubaugebieten in den letzten Jahrzehnten hat den Status als Wohngemeinde noch verstärkt. Ganz wichtig für Stennweiler war im Jahre 2003 die Auszeichnung als "zukunftsfähigstes Dorf" des Saarlandes. Die vorhandenen Ressourcen auszubauen und in die Dorferneuerung zu integrieren, stehen im Mittelpunkt der weiteren Entwicklung.

 

von http://www.schiffweiler.de/

 
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